Blogautorin

„Ich rede, also schreibe ich.“ Das ist kein ‚geflügeltes‘ Wort, soviel ich weiß, trifft aber auf mich zu. Geredet habe ich schon immer. „Das ist doch ganz normal, tue ich auch“, höre ich Sie sagen. Nun – reden Sie auch im Supermarkt und sagen sich, was Sie einkaufen? Sprechen Sie zu Ihrem Computer? Unterhalten Sie sich mit Ihrer Buntwäsche?

„Nein, soweit ist es mit mir doch noch nicht gekommen“, wiegeln Sie jetzt ab. Sehen Sie, das meinte ich mit ‚immer‘ reden. Schweigen ist für mich richtig schwer, schweigen strengt an. Da muss ich mich beobachten, kontrollieren, verstellen. Und das liegt mir nicht.

Als meine Kinder klein waren, war die Sache einfacher. Im Supermarkt hatte ich dann ein Kind vor mir im Einkaufswagen. Jeder dachte, die Frau spricht mit ihrem Kind. Das ist normal. Da fiel ich nicht auf. Aber jetzt? Gott sei Dank habe ich jetzt ab und zu meine Enkelin mit, wenn ich Besorgungen mache. Dann falle ich auch nicht auf. Das Leben wird wieder einfacher, wenn man erstmal Großmutter ist, zumindest für mich.

Jetzt habe ich des Öfteren meinen kleinen Laptop dabei, wenn ich mit dem Zug unterwegs zur Arbeit bin. Wenn ich nun meine Lippen bewege, denken die Leute, ich lese etwas angestrengt und sehen es mir nach. Ich bin immerhin schon älter. Mitleidige Blicke fallen mir zumindest nicht auf.

Unter dem Menüpunkt ‚Geschichten‘ schreibe ich in diesem Blog unter dem Namen ‚Anna‘. Ich mag diesen Namen. Er hat mich von Anfang an im Internet begleitet. Anna ist dennoch keine andere Person. Sie haben es immer mit mir zu tun.

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